Da sind sie wieder, diese gefräßigen Schleimer. Mein jahrelanger Kampf gegen diese Viecher scheint umsonst gewesen zu sein. Dabei müsste diese Spezies dank meines unermüdlichen Einsatzes längst auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten stehen. Egal wie man gegen die Schnecken vorgeht, eklig ist es immer. Und sollte es wirklich ein Karma geben, stellt sich unweigerlich die Frage, ob man im nächsten Leben als Schnecke zur Welt kommt, nachdem man schon gefühlte Millionen von Schnecken gemeuchelt hat.
Mein bevorzugtes Werkzeug zum Liquidieren ist immer noch das Messer. Auf Schneckenkorn verzichte ich lieber, um meine beiden Katzen nicht in Gefahr zu bringen. Eine Bekannte besitzt eine spezielle Schneckenschere, mit der sie den Kriechern den Garaus macht. Ein Garten- und Landschaftsbau-Experte empfahl mir mal Salz. Einfach drüber streuen und das Schäumen beginnt. Diese Handhabung ist aber meiner Meinung nach noch widerwärtiger.
Der Tipp mit der Bierfalle funktioniert in der Tat. Bier scheint Schnecken magisch anzuziehen und zwar mindestens im Umkreis von einem Kilometer. Als ich mit Bier gefüllte Schüssel in meinem Garten aufstellte, kamen die Schnecken auch aus allen Nachbargärten, so dass ich den Eindruck hatte, es wurden immer mehr statt weniger. Und so gehe ich auch dieses Jahr wieder, mit Taschenlampe und Messer bewaffnet, zur Nachtzeit raus in meinen Garten zum Schneckenfang.
Immer öfter liest man vom „Bewussten Leben“. Diese Floskel wird auch gar zu gerne in der Werbung verwendet, wobei es da leider in aller Regel nur um ein Produkt geht, das angepriesen wird.
Ich denke, dass es andere Faktoren sind, die Bewusstsein ausmachen. Der wichtigste Aspekt ist dabei das Leben im Heute. Klingt jetzt vielleicht recht verwirrend, denn wir leben doch alle in der Gegenwart, wird jetzt so Mancher meinen. Aber, wieviele Menschen leben nur in der Vergangenheit, in ihren Erinnerungen? Und wieviele Menschen planen ständig die Zukunft, in der sie alles anders machen wollen und kommen dort aber nie an? Oder sie haben ständig Angst davor, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Beides ist nicht gut. Die Vergangenheit ist vorbei und nicht mehr zu ändern und die Zukunft existiert nur als Vorstellung.
Damit wir Gegenwart spüren, besitzen wir unsere fünf Sinne, mit deren Hilfe wir das reale Leben empfinden. Wer das Glück hat, einen Garten sein Eigen nennen zu dürfen, hat dazu die allerbeste Möglichkeit:
Augen
Sie sind wohl unser meistgenutztes Sinnesorgan und zeigen uns, mit welcher Farbenvielfalt sich Blumen präsentieren, wie erfrischend das Grün im Frühjahr ist und wie beruhigend das Blau des Himmels an einem Sommertag.
Nase
Ich liebe die phantastischen Düfte, die uns etliche Pflanzen schenken. Allzu gerne stecke ich meine Nase so richtig rein in Blüten, um ja möglichst viel von dem Wohlgeruch in mich aufsaugen zu können.
Ohren
Auch für unser Hörorgan hat der Garten jede Menge angenehme Geräusche parat: das Zwitschern der Vögel, das Rauschen der Blätter im Wind, das Summen der Bienen und nicht zuletzt das Plätschern eines Springbrunnens.
Haut
Mit der Haut können wir die Mannigfaltigkeit der verschiedenen Blattoberflächen ertasten, spüren den Regen und fühlen die leichte Brise, die durch den Garten weht.
Mund
Auch der Geschmacksinn soll im Garten nicht zu kurz kommen. Frisches Obst als Gaumenfreude, selbst gepflückt vom eigenen Baum oder Strauch, einfach köstlich. Wer die Arbeit nicht scheut und genug Platz in seinem Garten hat, der macht auch vor Gemüse nicht halt. In einigen zukünftigen Artikeln möchte ich deshalb ganz gezielt Gemüse- und Fruchtsorten vorstellen, die einfach anzubauen sind und unseren Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen.
Ja, es ist wichtig, darauf zu achten, dass unsere Sinne Beschäftigung haben und wir das auch registrieren, denn ganau das macht uns lebendig.
Wie phantastisch ist es doch, faul auf einem Liegestuhl zu liegen, der Sonne entgegenzublinzeln, dabei herrlichen Blumenduft zu genießen, den Vögelchen zu lauschen und angenehme Wärme auf der Haut zu spüren. Diesen Zustand nenne ich Glück. Wer es dabei sogar schafft, keinen Gedanken aufkommen zu lassen, sondern einfach nur zu sein, der ist der Glückseeligkeit schon sehr nahe.