Die einheimischen Ameisenarten stehen vor der Ausrottung

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Derzeit befindet sich eine sehr aggressive Ameisenart namens Lasius neglectus (übersetzt “vernachlässigte Ameise”) in Europa auf dem Vormarsch und wenn sich diese invasive Gartenameise weiterhin so ausbreitet, so wird sie die heimischen Ameisenarten bald verdrängt haben.

Lasius neglectus wurde erstmals 1990 in Ungarn entdeckt und stammt ursprünglich aus der Umgebung des scharzen Meeres. Mittlerweile wurden jedoch Populationen in ganz Europa entdeckt. In Deutschland wurde diese Art das erste mal im Jahr 2000 in Jena entdeckt. Die Verbreitung erfolgt wohl über Baumschulen und verschiedene Gartenmessen.

Lasius neglectus ähnelt stark der einheimischen Schwarzen Gartenameise (Lasius niger), jedoch tritt sie in sehr viel größerer Zahl auf. Oft bilden sie Ameisenstraßen, die 10 - 20 cm breit sind. Sie bevorzugen Parks und Gärten und gehören auch zu den Blattlauszüchtern, leben als vom Honigtau.

Gründe, weshalb die invasive Gartenameisen sich so stark vermehrt und die einheimischen Arten bald ausgerottet sein werden, wurden vor kurzem von Dr. Sylvia Cremer von der Universität Regensburg untersucht.
So machen sie z.B. keinen Paarungsflug zu anderen Kolonien, sondern paaren sich in ihrem eigenen Nest und können so auch viele Königinnen produzieren. Solche Superkolonien mit vielen Königinnen können sich über mehrere 100 km erstrecken. Ausserdem helfen sich verschiedene Nester der Lasius neglectus bei der Futtersuche und bekämpfen sich nicht, wie einheimische Arten. Hinzu kommt, dass es bei uns keine natürlichen Feinde und Krankheiten für diese Art gibt und sie sich auch deshalb unkontrolliert ausbreiten können.

Welchen Schaden solche eingeführten Tierarten (Neozoen) in fremde Ökosysteme anrichten können, sieht man auch an anderen Beispielen. So richtet die Rote Feuerameise in den USA jährlich einen Schaden von 600-700 Millionen Euro an. Auch die Argentinische Ameise hat sich in vielen Küstengebieten Europas ausgebreitet und dort in der natürlichen Insektenwelt sehr großen Schaden angerichtet.

Bilder und weitere Infos zu Lasius neglectus findet ihr hier (engl.)